Minimal Viable Product – klappt das auch für Newsletter?

Das „minimum viable product“ oder MVP hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit bekommen. Das minimal mögliche Produkt (wörtlich „minimal überlebensfähiges Produkt“) beschreibt ein Produkt, das mit geringstmöglichem Aufwand entwickelt werden kann und sich trotzdem verkaufen lässt.

Warum will man so etwas? Minimaler Aufwand und trotzdem Erfolg – das klingt aus wirtschaftlicher Sicht schon mal nicht schlecht.

Vor allem aber hat die Idee des MVP so viel Erfolg gehabt, weil sie einen berüchtigten Projektkiller im Zaum hält: Perfektionismus.

Im Zuge der agilen Entwicklung wird nicht nur beim Programmieren, sondern bei der Produktentwicklung generell versucht, so früh wie möglich etwas in Händen zu halten, mit dem man etwas anfangen kann. Das andere Schlagwort, welches in dem Zusammenhang häufig fällt, ist lean, also schlank.

Was aber bedeutet das alles für unsere Newsletter und unser Marketing im Allgemeinen?

Symbolfoto Lean Startup

MVP – schnell ein paar Ideen sammeln & loslegen.

Generell lässt sich der Gedanke des MVP auf fast alles übertragen. Auf die Produkte, welche ein Unternehmen verkauft genauso wie auf meinen Newsletter, eine Landingpage oder meine gesamte Website.

Die Grundidee ist so einfach wie überzeugend:

Ich stecke zunächst einmal so wenig Ressourcen wie möglich in die Entwicklung. Dann lasse ich mein „Produkt“ auf die Kunden los und sehe, ob diese es annehmen. Anhand der Reaktion darauf kann ich mein Produkt dann weiter verbessern.

Das ist sinnvoll, weil ich damit vermeide, lang an etwas zu arbeiten, was die Kunden gar nicht wollen. Oder was die Kunden so gar nicht wollen.

Das große Problem dabei: wie definiere ich, was „minimal“ ist? Wann kann ich etwas wirklich an die Nutzer weitergeben? Und wann ist mein Produkt einfach noch so unfertig, dass es die Nutzer gar nicht mögen können? Wann habe ich so wenig Funktionen, dass es nicht wirklich nützlich ist?

Schön ist der erweiterte Begriff des „minimum awesome product“ (MAP). Das heißt, Sie müssen etwas schaffen, was trotz der eingeschränkten Funktionen die Nutzer bzw. Kunden bereits begeistert.

Der MVP-Ansatz ist zwar charmant, greift aber beim Marketing meist zu kurz. Mit dem MAP dagegen haben Sie ein besseres Ziel vor Augen. Dabei sind wir wieder beim Thema Relevanz.

Überlegen Sie sich, welche Punkte für die Empfänger Ihrer Newsletter am wichtigsten sind. Das gilt einmal für die Inhalte: Welche Themen begeistern die Nutzer wirklich? Was wollen sie wissen? Welche Themen brennen ihnen unter den Nägeln?

Und dann auch für die Gestaltung: Brauchen die Empfänger wirklich ein perfekt gestaltetes Mailing mit tollen speziellen Schriftarten, schön formatierten Kästen, Hintergründen und Begrenzungen? Oder reicht ihnen vielleicht einfach ein gut lesbarer Text, der auf Desktop, Smartphone und anderen Geräten einfach nur ordentlich lesbar ist?

Bei einem Newsletter für Programmierer kann das reichen. Vielleicht auch bei einem Newsletter für Leser von Romanen.

Dagegen bei einem Newsletter für Designer sollten Sie hier sicher nicht sparen. Im Gegenteil, hier sollten Sie sogar noch Geld ausgeben, um hochwertige Fotos oder Illustrationen zuzukaufen. Beim Text schreiben können Sie hier vielleicht zunächst etwas weniger Ressourcen einsetzen.

Mit dem Ansatz des MAP können Sie sich konzentrieren auf die Eigenschaften, die für Ihre jeweilige Zielgruppe wirklich wichtig sind. Davon ausgehend sammeln Sie Erfahrungen durch Tests, Befragungen und Auswertung Ihrer Analytics. Dann können Sie Schritt für Schritt besser werden und Erscheinungsbild, Inhalte und Präsentation weiter verbessern.

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